Statement von Richard Kühnel, Europäische Kommission

 

Beitrag zur Diskussion des 6. Europäischen Salons zum Thema „Die Europäische Union der Zukunft – Zwischen Vertiefung und Flexibilität“ von Richard Kühnel, Europäische Kommission in Deutschland:

Frage: Befindet sich aus Ihrer Sicht die Europäische Integration angesichts der andauernden politischen Konflikte und des drohenden “Brexits” in der Krise?

„Das Wort “Krise” ist in der Europäischen Union zu einem festen Bestandteil jedes Gespräches geworden. Von unseren wirklich großen Herausforderungen, wie der Eurorettung und dem Umgang mit Flüchtlingen, bis hin zu den Eintagsfliegen politischer Diskussionen, stets wird jede Situation als eine Krise betitelt.

Lassen Sie uns antizyklisch handeln und am Fortschritt der EU arbeiten, anstatt ständig ihren Zusammenfall heraufzubeschwören. Heben wir Lösungen, anstatt Probleme hervor. Führen wir eine konstruktive Diskussion, um anschließend auch konstruktiv handeln zu können. Wir haben als Union sicherlich unsere Differenzen, aber wenn wir zusammenarbeiten, dann können wir auch das aushalten und Kompromisse finden. Wenn wir uns untereinander widersprechen, dann ist das für mich ein Zeichen einer europäischen Meinungsvielfalt, durch die wir erst voneinander lernen können.

Ich meine, dass sich die Europäische Integration in einer Wachstumsphase befindet. Sicherlich gibt es Probleme und Rückschläge, aber wir wachsen an unseren Herausforderungen und gehen gestärkt aus jeder Situation heraus. Europa ist nicht unser Problem, es ist unser Instrument, um uns Problemen entgegenzustellen.“

 

Über Richard Kühnel

Richard Nikolaus Kühnel ist seit Juni 2014 Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland. Er repräsentiert damit die Kommission in Deutschland und verantwortet die Arbeit der Vertretung an ihren drei Standorten Berlin, Bonn und München.

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